‚Muslimische Influencer:innen‘ als Containerbegriff
Ein Systematic Literature Review zur deutschsprachigen Forschung
DOI:
https://doi.org/10.25364/10.34:2026.SI.4Schlagworte:
muslimische Influencer*innen, Digital Religion, Social Media, empirische Religionsforschung, sytematic literature reviewAbstract
Der Begriff „muslimische Influencerinnen“ wird in Forschung und medialer Öffentlichkeit zunehmend verwendet, ohne dass eine einheitliche begriffliche oder empirische Fundierung vorliegt. In vorliegendem systematic literature review wird untersucht, wie das Phänomen im deutschsprachigen Forschungsdiskurs seit 2020 konzeptualisiert wird. Auf Grundlage einer systematischen Recherche über Google Scholar wurden zunächst 284 Treffer identifiziert. Nach einem mehrstufigen Screening- und Auswahlprozess wurden 19 einschlägige Publikationen in den Korpus aufgenommen und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz entlang der Kategorien Begriffsverwendung, untersuchte Akteur:innen, thematische Schwerpunkte und methodische Zugänge ausgewertet. Die Analyse zeigt eine erhebliche begriffliche Heterogenität: ‚Muslimische Influencer:innen‘ fungiert überwiegend als Containerbegriff, unter dem unterschiedliche Akteur:innen und Zuschreibungslogiken zusammengeführt werden. Thematisch dominiert eine sicherheitslogische Perspektive, während alltagsreligiöse Formen digitalen Muslimisch-Seins unterrepräsentiert bleiben. Der Beitrag plädiert für begriffliche Präzisierung und methodische Erweiterung des Forschungsfeldes.
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